Der andere 11. September
Chile 35 Jahre nach dem Putsch
Eine Podiumsdiskussion aus Anlass des 35. Jahrestages des Militärputsches in Chile

Donnerstag, den 4. Dezember 2008
18:00 - 20:00
Universität Hamburg
Hörsaal B | Edmund-Siemers-Allee 1

 

  Aus Anlass des 35. Jahrestages des Militärputsches veranstalten wir eine Gesprächsrunde zum Thema "Der andere 11. September - Chile 35 Jahre nach dem Putsch" an der Universität Hamburg. Sie wird am 4. Dezember 2008 von 18:00 bis 20:00 stattfinden.

Begleitend zur Gesprächsrunde wird im Hamburger 3001-Kino eine Filmreihe mit Dokumentar- und Spielfilmen aus Chile mit einführenden ReferentInnen im Herbst 2008 laufen.

Die Gesprächsrunde setzt sich aus vier ausgewiesenen ExpertInnen zum Thema zusammen. Zugesagt haben:

Isidoro Bustos
Gert Eisenbürger
Urs Müller-Plantenberg
Ingrid Wehr

Isidoro Bustos (Jg. 1937), Jurist, Planungsdirektor im Justizministerium in der Regierungszeit Allendes. 1975 ins Exil gezwungen, promovierte er 1985 zum Thema Grundrechte in der Verfassungsentwicklung Chiles von 1925 bis 1980 an der FU Berlin.
Fragen der Menschenrechte und der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung in Chile sind sein Arbeitsschwerpunkt. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Staatsrecht und Politik der FU Berlin und Referent für Politische Theorie und Internationale Politik im Bildungswerk Berlin der Heinrich Böll Stiftung. Er ist Vorstandmitglied des Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL) in Berlin.

Gert Eisenbürger (Jg. 1960), Journalist und Schriftsteller, arbeitet seit 1980 in dem 1975 gegründeten Verein Informationsstelle Lateinamerika in Bonn und ist seit 1986 leitender Redakteur ihrer Zeitschrift ila (s. http://www.ila-web.de/lateinamerika/home.htm ). Seine Arbeitsschwerpunkte liegen auf der sozio-politischen Situation lateinamerikanischer Länder, dem Einfluss der USA und neoliberalen Politik sowie auf Lebenserfahrungen von Exilierten zwischen Lateinamerika und Deutschland.
Die ila erschien zuerst Ende 1976 und ist eine der wichtigsten deutschsprachigen Zeitschriften zu Lateinamerika, deren Ziel es ist, eine kritische Gegenöffentlichkeit zu schaffen.

Urs Müller-Plantenberg (Jg. 1937) ist ehemaliger Professor für Soziologie und war u. a. am Lateinamerika-Institut der FU Berlin tätig. In der Regierungszeit Allendes lehrte er von 1972 bis 1973 als Gastprofessor an der Universidad Católica in Santiago. Er gehört zu den Gründern des Berliner Chile-Komitees und der "Chile-Nachrichten", die sich später in "Lateinamerika-Nachrichten" umbenannten.
Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die politische Soziologie des südlichen Lateinamerika, die Diktaturzeit und der Transitionsprozess in Chile.

Ingrid Wehr (Jg. 1962) promovierte in Politikwissenschaft mit der Arbeit Zwischen Pinochet und Perestroika: die chilenischen Kommunisten und Sozialisten 1973-1994. Seit 1995 ist sie Mitarbeiterin am Arnold-Bergstraesser-Institut, an dem sie seit 1999 die Sektion Lateinamerika leitet, sowie am Seminar für Wissenschaftliche Politik der Universität Freiburg. Von 2004 bis 2007 hatte sie eine Langzeitdozentur an der Universidad de Chile in Santiago inne.
Sie untersucht vor allem Aufarbeitungsprozesse von Diktaturvergangenheiten in Lateinamerika, insbesondere in Chile.

Die Podiumsdiskussion wird zwei Stunden dauern. In der letzten halben Stunde hat das Publikum die Gelegenheit, sich in die Diskussion einzubringen.

Die DiskutantInnen reflektieren und diskutieren - entlang zentraler Fragestellungen - aus ihren Arbeitsschwerpunkten und eigenen Erfahrungen heraus die anhaltenden Folgen des Putsches bzw. die gesellschaftliche Entwicklung Chiles seit 1973. Hierbei wird auch die Diskussion des gegenwärtigen Standes in der öffentlichen Auseinandersetzung mit der Zeit der Unidad Popular (UP), dem Putsch am 11. September 1973 und der Diktatur (1973-1990) von Bedeutung sein.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Im Anschluß an die Veranstaltung stellen wir Interessierten zur weiteren Vertiefung in die Thematik einen Reader mit informativen Texten unentgeltlich zur Verfügung.

 

Unsere Kooperationspartner sind:

Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung Hans-Böckler-Stiftung Lateinamerika-Zentrum
der Universität Hamburg
3001-Kino.
cine latino

 


Letzte Änderung: 31.03.2013